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Die Kniegelenksendoprothese
Hier finden Sie den den gesamten Text als PDF-Datei ( 4 MB ) : Nachbehandlung nach Knieendoprothese: ( im Kreiskrankenhaus Grünstadt )Kniegelenkstotalendprothese - Nachbehandlung
Implantiert wird in unserm Hause eine bikondylere, zementierte Oberflächenersatzprothese mit Kreuzbandsubstituion, mit oder ohne Patellarückflächenersatz. Das hintere Kreuzband wird reseziert, die hintere Stabilität wird durch ein Zapfen am Tibiainsert, der in einen interkondyleren Kasten des Femurteiles greift, erreicht. Damit entfällt das in vielen Fällen nicht ganz einfache Weichteilrelease dieses Bandes. Außerdem wird das hintere Kreuzband häufig im Laufe der Zeit insuffizient. Des Weiteren wird eine bessere Gelenklinienanpassung erreicht. Die seitliche Stabilität wird durch den Erhalt der Kolateralbänder, die vordere durch die Erhöhung der hinteren Tibiainsert-Lippe, erreicht. Die hochgezogene hintere Insertlippe verhindert jedoch eine Beugung über 125°. Genau genommen sollte eine Beugung darüber hinaus nicht erzwungen werden, da dies zu einer Auswalzung der hinteren Lippe führen könnte. Es handelt sich um eine, im Frontalschnitt, „curved on curved“ Prothese mit großer Kontaktfläche und dadurch geringere Druckbelastung des Polyäthyleninsertes und folglich geringerem Abrieb. Das Femurteil wird (bei nicht navigiertem Kniegelenk) in 3° Außenrotation in Bezug auf die hintere Kondylenlinie eingebracht, was zu einem besseren Patella-„Tracking“ führt.
Die Operation wird in der Regel in einer Kombinationsanästhesie durchgeführt. Dabei werden eine „Drei- in- Eins“ Blockade, eine anteriore Ischiadicusblockade und eine totale intravenöse Anästhesie im Sinne einer Larynxmaske kombiniert. Anstelle mit einer Larynxmasken-Narkose können die Nervenblockaden auch mit einer Spinalanästhesie zusammen kombiniert werden Erstere beiden dienen der Schmerzausschaltung, letztere dem Ermöglichen des ruhigen Liegens über die gesamte Operationszeit. Vorteile dieser Anästhesieform aus Sicht des Chirurgen und der Nachbehandlung ist, dass die Drei-in-Eins-Block Katheter und die anterioren Ischiadicuskatheter liegen bleiben und durch kontinuierliche Technik ein Lokalanästhetikum darüber appliziert werden kann. Der Patient bleibt dadurch nach der Operation nahezu schmerzfrei. Dies verbessert entscheidend die notwendige Kooperation als Voraussetzung für die unmittelbar postoperative Physiotherapie. Präoperativ: Gangschulung, Gehhilfen einstellen, Prophylaxen anleiten
Op.-Tag:Sofort nach Op passive Übungen auf der CPM-Schiene (Continous Passive Motion = „Motorschiene“). Die Schiene sollte langsam eingestellt sein mit 10 s Pausen am Ende einer Bewegungsrichtung Der Patient sollte angeleitet sein am Ende der Streckphase das Kniegelenk aktiv durch zu drücken. Das Bewegungsausmaß bleibt für ca. 1 Woche 0°/0°/60° um die Wundheilung nicht zu stören.
1. bis 2. postoperativer Tag:Der Patient darf für zwei Tage nur mit Sohlenkontakt ohne Vollbelastung aufstehen. Begründung: Da es häufig vorkommt, dass die Drei-in-Eins-Block-Anästhesie und die anterioren Ischiadicuskatheter auch zu einer motorischen Beeinflussung führen, das heißt zu einer Schwäche der stabilisierenden Muskulatur, besteht die Gefahr des „Einknickens“ beim Aufstehen. Der Patient merkt dies nicht, da er auch sensorisch eingeschränkt ist. Daher soll der Patient solange gar nicht erst versuchen auf dem operierten Bein zu stehen, bis dass die vollständige Kontrolle erreicht ist. Am 2. Tag werden die Drainagen entfernt Danach zusätzlich Lymphdrainage und Patellamobilisierung.. Streckung üben. Hierauf liegt in den ersten zwölf Tagen das Hauptaugenmerk! 3. – 5. postoperativer Tag:Nach dem 2. postoperativen Tag werden die „Schmerzkatheter“ meist entfernt. Nach Wiedererlangung der vollen Sensorik und Motorik kann dann schmerzadaptiert vollbelastet werden. Ab 5. bis 12. postoperativem Tag:Ziele:
Ab 8. postoperativem Tag Steigerung der Beugung auf 90° Am 11. bis 12. Tag werden die Hautklammern entfernt Nach 12. postoperativen Tag:Entlassung! Steigerung auf volle Beugung (125°) Bewegungsbad. Nach RehaAusschöpfen der physiotherapeutischen Behandlung (Musterverordnung für amb. Nachsorge):
EX3d - Komplexe Schädigung/Funktionsstörung nach Knie-TEP Wiederherstellung der gestörten Beweglichkeit und Muskelfunktion [Erstverordnung 6 x, Folgeverordnung 6 x, Gesamtverordnungsmenge 30, Frequenz mind. 2-mal pro Woche]
6 MLD-30[4] (A) 2-4 6 KT [5] (C) 2-4 LY1 – Sekundäre Schädigung des Lymphsystems nach Knie-TEP, Schmerzen, Funktions- und Belastungsstörung durch lokale Schwellung. Schmerzreduktion durch Reduzierung von Schwellung und Reizung [Erstverordnung 6 x, Folgeverordnung 6 x, Gesamtverordnungsmenge 12, Frequenz mindestens 2-mal]
Thromboseprophlaxe: Niedermolekulares Heparin in Low Dose 1 x tägl. Subcutan (z.B. Fraxiparin 0,6 ml) bis einschließlich 6. postop. Woche. Antiphlogistisch-analgetische Therapie für 4 – 6 Wochen (z.B. Diclofenac 2 x 75 mg – Kontraindikationen beachten) Radiologische Verlaufskontrollen nach 3 , 6 und 12 Monaten, danach in jährlichem Intervall
R. Wolf Oberarzt der chirurgischen Abteilung (Mitwirkung: Chefarzt Dr. Bernhard, Anästhesie) Stand: 08.02.2006 [1] Krankengymnastik [2] Manuelle Therapie [3] Gerätegestützte Krankengymnastik [4] Manuelle Lymphdrainage 30 Minuten [5] Kälte(Kryo)Therapie
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